J. - M. Leclair (1697 – 1764), der „französische Corelli“ arbeitete zunächst als Tänzer und Ballettmeister. Ab 1723 betätigte er sich dann als Violinlehrer, als Konzertmeister und Musikdirektor von Orchestern an verschiedenen Höfen in Italien, den Niederlanden und in den Diensten Ludwig XV in Frankreich. In seinen letzten Lebensjahren entwickelte Leclair einen etwas exaltierten Charakter. Seine Frau trennte sich von ihm und er lebte in einer Absteige in der Rue de Careme - Prenant, einem der unsicheren Viertel von Paris. Am frühen Morgen des 23. Oktober 1764 fand man ihn in seinem Hausflur, in einer Blutlache liegend und von drei Messerstichen tödlich verletzt.

Leclair hat neben einer Oper („Scylla et Glaucis“, Uraufführung 1746 in Paris) vor allem Werke für Violine - Sonaten, Trios und Duette geschrieben. Aus den „6 Sonates à deux violin sans basse“ op. 2, die er in den Jahren 1731 und 1732 komponiert hat, werden hier die Nummer 2 und 3 vorgelegt (AER 171). Beide Duos bestechen durch ihren klangreichen und spielfreudigen Charakter. Dieser Charakter kommt in einer Einrichtung für 2 Violen (AER 172) gleichermaßen voll zum Ausdruck.

Der technische Schwierigkeitsgrad liegt auf einer 10stufigen Skala bei 3 - 4.